Pianist und Fasnachtsmusiker

Photo: Archiv Lälli-Clique, Basel.
*23.02.1924 in Basel, †17.06.2005 in Basel, 1939 in Basel eingebürgert. In der Basler Fasnachtsszene bekannt unter dem Namen «Robi». Sohn des Louis Emile Juen von Altkirch (Département Haut-Rhin, F) und der Marie Cécile Greth von Vendlincourt (JU). ⚭1953 Hilda, geborene Müller. Die Ehe blieb kinderlos.
Nach der Schulzeit in Basel begann Juen eine Buchdruckerlehre. Mit sechzehn Jahren nahm er Klavierunterricht und brach seine Lehre vorzeitig ab. Das Ensemble des Cabaret Baschi und diverse Tanzorchester engagierten ihn als Pianist, wodurch er zum Berufsmusiker avancierte. Ab 1949 arbeitete er auch als Solo-Pianist. Während 21 Jahren lang spielte er Unterhaltungsmusik im Basler Live-Musik-Lokal Atlantis (auch genannt «-tis») am Klosterberg, zu dessen Programmdirektor er schliesslich berufen wurde. Bekannte Musikerinnen und Musiker, darunter Jochen Brauer, Joe Turner, George Gruntz und Polo Hofer, belebten während dieser Zeit die kleine Bühne des Atlantis.
Juen begeisterte sich zudem für die Basler Fasnachtsmusik. Als Erwachsener schloss er sich der Lälli-Clique an und wirkte bei den Pfeifern mit. In den 1960er-Jahren komponierte und arrangierte er seine ersten Märsche, darunter Titel wie z’Basel am mym Rhy, Sambre et Meuse, Käschperli, Basilisgg und Blätzlibajass. Seine Kompositionen und Arrangements orientierten sich oft an der französischen Musette (Tanzmusikstil) und dem Chanson, darunter Stücke wie Minuit à Pigalle, s’Charivari. Ebenso arrangierte Juen volkstümliche Melodien und Konzertpolkas wie Die beiden kleinen Finken und Die Perlen (Henry Kling) für das Basler Piccolo. Sein Gesamtwerk für Piccolo-Musik umfasst über 20 Kompositionen und Arrangements. Mit seiner privaten Pfeifer-Schule ermöglichte er vielen Fasnachtsbegeisterten den Zugang zur Piccolo-Musik. Unter ihnen waren auch zahlreiche Frauen, denen der Zugang zu rein männlichen Stammcliquen verwehrt war.
Seine Kompositionen und Arrangements trug Juen oft mit seinem Trio Piccolo Piano, das neben ihm am Klavier aus den beiden Piccolo-Flötisten Georges Mathys und Franz Freuler (später abgelöst durch Thierry Julliard) bestand. Seit Beginn der Vorfasnachtsveranstaltung «Charivari» (1976) gehörte dieses Ensemble über mehrere Jahre zum Programm. Das Trio veröffentlichte drei Vinyl-Schallplatten.
Gemäss Angaben der Schweizerischen Nationalbibliothek.
René Gass-Rohner: "Juen, Robert", in: Musiklexikon der Schweiz, Version vom: . Online: http://mls-dms.ch/view/juen-robert-TJE3. Konsultiert am 20.05.2026.