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Burckhardt, Lukas

Regierungsrat, Jazz- und Fasnachtsmusiker

Lukas Burckhardt, 1966. Foto: Hans Bertolf (Staatsarchiv Basel-Stadt BSL 1013 2-216 1).

*13.10.1924 in Basel, †03.05.2018 in Basel, von Basel, reformiert. In der Basler Musikszene bekannt unter dem Namen «Cheese». Sohn des Daniel Rudolf Burckhardt, Seidenbandfabrikant und der Esther Louise Burckhardt-Iselin. ⚭1948 Marischa Burckhardt-Ruperti, Künstlerin, Texterin und Journalistin (1927–2018). Vater von Stephan (*1949) und Ariane (*1953).

Nach Besuch des humanistischen Gymnasiums Basel studierte Burckhardt Recht an der Universität Basel, wo er 1949 promovierte. In seiner Berufslaufbahn war er Staatsanwalt (1954–1960), Strafgerichtspräsident Basel-Stadt (1960–1966), daneben Sonderbeauftragter des IKRK im Kongo (1962), Regierungsrat Basel-Stadt (1966–1980; Finanzdepartement) und Bankrats-Präsident der Basler Kantonalbank (1980–1992).

Burckhardt spielte mehrere Instrumente. Neben dem Basler Piccolo auch Klavier, Violine, Akkordeon und vor allem aber Trompete. Er trat als Jazzmusiker auf: 1943 mit der College Swing Band (Schülerband), 1947 im Swiss All Stars Bebop Team und ab 1948 während vieler Jahre bei den erfolgreichen Darktown Strutters (Dixie-Jazz), deren Schaffen auch auf Tonaufnahmen dokumentiert ist. 1981 moderierte er zusammen mit Regina Kempf die Sendung «Unbekannte Bekannte» im Schweizer Fernsehen. Von 1983–1995 präsentierte er im neugegründeten Lokalradio Basilisk wöchentlich die beliebte Sendung «Jazz mit Cheese».

Als Fasnächtler pfiff er ab 1957 jahrelang bei der Fasnachtsgruppierung Kuttlebutzer. 1958 kam er bei einer Dienstreise nach Schottland mit schottischen Melodien in Kontakt. Aus diesen stellte er seine erste Komposition, Whisky Soda, zusammen, bis heute einer der meistgespielten Fasnachtsmärsche. Bei diesem zu seiner Zeit für die Basler Fasnachtsmusikinnovativen Marsch setzte Burckhardt Synkopen sowie gegenläufige, vom Jazz inspirierte Unterstimmen ein. Insgesamt steht das Stück am Beginn der «neuen» Basler Fasnachtsmusik, die mit ungewohnten rhythmischen und musikalischen Formen arbeitet. Später schrieb Burckhardt noch das Stück Gin & Tonic (1966?), den Brunnen-Marsch (1977) zur Einweihung des Tinguely-(Fasnachts)-Brunnens in Basel sowie die Komposition Die letzten Schweizermärsche (1980).

Autori/autrici: Christian Zingg, versione del 06.05.2026

Literatur

Publikationen

  • Burckhardt, Lukas «Cheese». «Pfeifen 1985 – Musik mit schrillen Tönen». In Die Basler Fasnacht: Geschichte und Gegenwart einer lebendigen Tradition, herausgegeben von Eugen A. Meier, 181–189. Basel: Fasnachts-Comité, 1985.

Tondokumente (Auswahl)

  • Die Darktown Strutters Spielen Dixieland-Jazz. Guido Cova (Bass), Peter Wyss (Klarinette), Etienne «Stuff» Combe (Schlagzeug), Robert Sutter (Klavier), Balz Fischer (Posaune), Lukas Burckhardt (Trompete). LP, 10". His Master's Voice ZFLP 113, 1957.
  • 25 Jahre Darktown Strutters 1948–1973. EP, 7". Tonstudio Max Lussi, Basel, EP ML 485, 1973.

Zeugnisse Dritter

Der Basler Querflötist und Komponist Beery Batschelet schreibt über Burckhardts Komposition Whisky Soda: «‹Dr Whisky› hat den Wendepunkt von der klassischen zur modernen Fasnacht gebracht.»

Beery Batschelet, «Hitparade der Fasnachtsmärsche», Basler Zeitung, 24.02.2007, S. 25.

Werke (Auswahl)

  • Brunnen-Marsch für drei Piccolo und Trommel. Trommeltext: Otto Wick. Basel: Muusiglaade, P. Ammann, 1978.
  • Die letzten Schweizermärsche, nach August Hegar. Pfyffermarsch für drei Piccolo und Trommel. Drummelpart: Ferdi Afflerbach. Basel: Hug, 1980.
  • Gin & Tonic. Pfyffermarsch. Drummelnote: Otti Wick. Basel: Hug, ca. 1980.
  • Whisky-Soda. Pfyffermarsch. Drummeltäxt: Ferdi Afflerbach und Otti Wick. Basel: Hug, 1984.

Citazione suggerita

Christian Zingg: "Burckhardt, Lukas", in: Dizionario della musica in Svizzera, Versione del: 06.05.2026. Online: http://mls-dms.ch/view/burckhardt-lukas-0p3p. Consultato il 25.05.2026.