Instrumentenbauer Basler Piccolo

Erwin Oesch (Staatsarchiv Basel BSL 1013 1-4929 1).
*01.03.1929 in Balgach (SG), †16.02.2011 in Aarau, katholisch. Sohn des Alois Oesch, Schichtarbeiters und der Karolina, geborene Tanner. ⚭Karolina, geborene Hoch. Vater von Erwin und Dieter Oesch, Instrumentenbauer.
Oesch absolvierte nach der Volksschule eine Lehre als Blechblasinstrumentenbauer bei Anton Pini, Heerbrugg (SG). Anschliessend erweiterte er seine Kenntnisse beim Holzblasinstrumentenbauer Leibacher in St. Gallen. 1950 zog Oesch aus dem Rheintal nach Basel und arbeitete bis 1964 als Instrumentenbauer bei Musik Hug, Basel. 1964 gründete er sein eigenes Musikgeschäft, welches bis in die Gegenwart an wechselnden Standorten in der Basler Altstadt lokalisiert ist. 1981 zog sich Oesch aus dem Berufsleben zurück und übergab sein Geschäft an seine Söhne.
Oesch spezialisierte sich auf den Bau des «Basler Piccolo», welches auf die seit dem 18. Jahrhundert in Frankreich benutzte «flûte à l’octave» zurückgeht. Zusammen mit dem Fasnachtsmusiker Hans Schneider entwickelte Oesch das Instrument weiter und verwendete unter anderem neuartige Materialien. Ab Ende der 1960er-Jahre standardisierte Oesch die beiden Piccolotypen «Basler Dybli» für hohe Stimmlagen, und das aufgrund weiterer Bohrung tiefer klingende Modell «Spezial». Insgesamt klingt das Basler Piccolo voluminöser als die herkömmliche Piccoloflöte. Aufgrund ihrer Qualität trugen Oeschs Instrumente wesentlich zum Aufschwung des Piccolo-Spiels an der Basler Fasnacht seit den 1970er-Jahren bei, welcher sich auch in der zunehmenden Komplexität der dargebotenen Sätze äussert.
Philipp Ramseier: "Oesch, Erwin Blasius", in: Musiklexikon der Schweiz, Version vom: 01.05.2026. Online: http://mls-dms.ch/view/oesch-erwin-blasius-ByCO. Konsultiert am 25.05.2026.