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Schori, Fritz

Komponist und Verleger von Blasmusik

Fritz Schori, ca. 1960–1965 (Archiv Musikverlag Schori).

*12.11.1887 in Mühleberg (BE), †18.02.1971 in Sumiswald (BE), reformiert, von Seedorf (BE). Namensvariante: Johann Friedrich. Sohn des Gottfried Adolf (1865–1942) und der Lina geborene Bichsel (1866–1904). ⚭1912 mit Maria Anna Hofstetter von Bad Ragaz (SG) (1890–1979) in Solothurn. Vater von Max (1912–1988), Hans René (1915–1989), Jolanda (1920–1955) und Annemarie (1923–2023).

Schori besuchte die Primarschule und das Progymnasium in Biel/Bienne. Dort spielte er im Kadettenkorps das Es-Cornett. Anschliessend absolvierte er eine Mechanikerlehre in Biel. 1907 besuchter er die Kavallerie-Rekrutenschule in Aarau als Trompeter, und diente dann als Wachtmeister in einer Kavallerie-Schwadron. Ein schwerer Reitunfall verunmöglichte die Ausbildung zum Trompeter-Instruktor.

Während des darauffolgenden monatelangen Spitalaufenthalts beschäftigte sich Schori erstmals autodidaktisch mit der Musiktheorie und unternahm danach erste kompositorische Gehversuche. Daneben betätigte er sich als Hornist, Vize-Dirigent in der Stadtmusik und der Blaukreuzmusik Biel, seinem Wohnort, sowie den damals bestehenden Musikgesellschaften Twann und Täuffelen. Von 1933 bis 1947 war Fritz Schori Delegierter des Seelandes im Vorstand des Bernischen Kantonalmusikverbands. Zudem war er als Musikpädagoge tätig.

1930 veröffentlichte Schori eine erste Komposition, den Marsch Astoria, der im Musikverlag des Komponisten, Arrangeurs und Dirigenten Remo Boggio (1910–1985) erschien. 1934 folgte die Gründung des eigenen Musikverlags. Von nun an war Schori hauptberuflich als Komponist und Verleger tätig. Er veröffentlichte seine Werke auch unter den Pseudonymen Julius Meister, Max H. Forster, Achille Duroc, Johann Friedrich und Jean Marquis. Erhalten sind insgesamt 104 Werke: 58 Märsche, neun Walzer, zehn Konzertstücke, sieben Ouvertüren, 15 Charakterstücke (Serenaden, Romanzen etc.), sowie fünf Soli für Flügel- und Tenorhorn. Mit den Titeln seiner Kompositionen spricht er rurale, idealistische und militärisch-patriotische Topoi an.

Ausser den eigenen Kompositionen wurde im Musikverlag Schori auch eine Reihe von Werken anderer Komponisten wie Paul Montavon (1904–1975), Hans Honegger (1913–1990), Hieronymus Lochmatter (1916–1993) oder Jaroslav Kubat (1882–1972) herausgegeben.

Ein Artikel anlässlich Schoris 60. Geburtstag (1947), welche in der Zeitschrift Schweizerische Instrumentalmusik publiziert wurde, beschriebt sein Schaffen folgendermassen:

«Schoris Werke sind volkstümliche, melodienreiche Kompositionen in leichter Spielart, mit ausserordentlich geschickter Instrumentation, damit auch bei kleinster Besetzung ein voller Klang erzielt wird. Die Stärke in seinen Werken liegt darin, dass sie, obwohl mit einfachen Mitteln geschrieben, einer ernsthaften musikalischen Kritik standhalten können. Jede einzelne Partitur zeugt von seiner reichen Erfahrung und von seiner gründlichen Kenntnis der Blechblasinstrumente.» (S. [Autorenkürzel] 1947, S. 483).

Einige Kompositionen, wie zum Beispiel Mein Biel, Unter Kameraden, Freies Leben und andere erreichten Rekord-Auflageziffern, welche die Erwartungen des Komponisten weit übertrafen. Um Schoris Musik auch im Ausland bekannt zu machen und zu vermarkten, wurde 1960 für einige Werke ein Vertrag mit dem Verlag Molenaar in den Niederlanden abgeschlossen. Nach dem Tod von Fritz Schori übernahm sein Sohn Hans, ebenfalls Komponist, den Musikverlag Schori und nach dessen Ableben 1989 Schoris Tochter, Annemarie Froelicher-Schori. Seit 2016 führt Schoris Enkelin Marianne Froelicher Beck den Verlag.

1953 würdigte der Komponist Fritz Lüdi Schoris Schaffen mit dem Fritz Schori-Marsch. 2018 wurde zudem eine Auswahl von Schoris Kompositionen durch den Verlag Lucerne Music Edition neu bearbeitet herausgegeben.

Autor/innen: Froelicher Beck, Marianne, versione del 04.03.2026

Nachlass

  • Nachlass mit Manuskripten aller Kompositionen im Archiv des Musikverlag Schori.

Literatur

  • S. [Autorenkürzel]. «Ein Jubilar». Schweizerische Instrumentalmusik 36, Nr. 22 (15.11.1947): 483–484.

Werkverzeichnis

  • Allfällige Pseudonyme in Klammern nach dem Jahr der Publikation.

Märsche

  • Astoria-Marsch (1930); Ruhig Blut (1931); Mein Biel (1932); Wehr und Waffen (1933); Unter Kameraden (1934/1936); Freies Leben (1935); Seelandia (ca. 1935); Jubiläumsmarsch Stadtmusik Biel (1937/1938); Marsch des Rdf Bat 3 (1938); Monte Carlo (1939); General Dufour Marsch (1940, Julius Meister); Soldatenleben (1941/1940); Leichtes Blut (1941); Fest im Schritt (1942/1941); Trompeter voran! (1942/1941); Jungschützen-Marsch (1943, Julius Meister); Musikkameraden (1943); Arosa (1944); Schweizer Grenadiermarsch (1944); Marsch der Kavallerie-Bereiter Bern (1944/1945); Ehre und Freiheit (1945); Durch die Heimat (1945/1946); Alte Garde - Artilleriemusik Zürich (1946); Neue Welt (1946, Julius Meister); Mit leichtem Schritt (1946/1947); Florida (1947, Achille Duroc); Die Wacht am Jura (1947, Max H. Forster); Erinnerungen (1947); Waadtländer Marsch (1948); Jägermarsch (1948, Max H. Forster); Orion (1949, Achille Duroc); San Remo (1949, Julius Meister); Arizona (1950, Achille Duroc); Frisch und froh (1951); Bourbaki-Marsch (1951/1952, Achille Duroc); Tapfer und treu (1952, Max H. Forster); Freies Land (1953); Schneidig voran (1953); Berner Jubiläumsmarsch (1953); Chavornay (1954); Calanda (1954/1955, Julius Meister); Schützenkameraden (1955); Treue Wacht (1955, Max H. Forster); Tapfere Jugend (1957, Johann Friedrich); Neuchatel 1958 (1957); Alpha-Marsch (1958); Wanderleben (1958, Julius Meister); Morcote (1959, Julius Meister); Weidmannsheil (1959/1960); Per Pedes (1969); Bergland (1960, Max H. Forster); Gruss ans Emmental (1960); Nestor (1961, Julius Meister); Loreto-Marsch (1962, Johann Friedrich); In Freiheit (1962); Arbedo (1963, Julius Meister); Salut à Tramelan (1964, Jean Marquis); Stadt und Land (1971).

Walzer

  • Frühlingsblumen (1943); Frohe Laune (1944); Heimatbilder (1947, Johann Friedrich); Rosenzeit (1949, Johann Friedrich); Soldanellen (1955); Anemonen (1956); Isabella (1960, Achille Duroc); Wilde Rosen (1960); Gladiolen (1962, Julius Meister).

Konzertstücke

  • Des Sennen Abschied (1943, Max H. Forster); Abend auf der Alp (1945, Max H. Forster); Abendständchen (1948, Max H. Forster); Coquetta (1949); Scènes Jurassiennes (1950); Andulka (Mazurka) (1951, Achille Duroc); Alte Weisen (1952); Colibri (Polka) (1955, Achille Duroc); Bummelfahrt (1957); Alpidyll (1959, Max H. Forster).

Ouvertüren

  • Jugendträume (1944, Max H. Forster); Im Märchenland (1946, Johann Friedrich); Maloja (1946); Blumenfest (1951, Julius Meister); Cornelia (1958); Maientag (1958, Max H. Forster); Ricana (1961).

Verschiedene

  • Graziosa (Serenade) (1942, Johann Friedrich); Dorf-Idyll (Romanze) (1943, Julius Meister); Glückspilze (Konzertpolka) (1944, Achille Duroc); Ein Frühlingsmorgen (Romanze) (1946, Max H. Forster); Sylvana (Gavotte) (1947, Johann Friedrich); Vergissmeinnicht (Andante) (1947, Max H. Forster); Heimkehr (Andante) (1948, Julius Meister); Rosamunde (Zwischenaktmusik) (1949); Fiorella (Intermezzo) (1949); Ein Sommerabend (Idyll) (1950, Max H. Forster); Festlicher Marsch (4/4 Marsch) (1951); Zum Feierabend (Potpourri) (1955, Johann Friedrich); Morgenständchen (1956, Johann Friedrich); Festlicher Aufzug (4/4 Marsch) (1960); Jasmin (Romanze) (1962, Max H. Forster).

Soli

  • Dorf-Idyll für Tenorhorn (1943, Julius Meister); Des Sennen Abschied für Tenorhorn (1943, Max H. Forster); Glückspilze für Trompete/Flügelhorn (1944, Achille Duroc); Colibri für zwei Trompeten/Flügelhorn (1955, Achille Duroc); Alpidyll für Tenorhorn (1959, Max H. Forster).

Citazione suggerita

Froelicher Beck, Marianne: "Schori, Fritz", in: Dizionario della musica in Svizzera, Versione del: 04.03.2026. Online: http://mls-dms.ch/view/schori-fritz-r0Kk. Consultato il 07.03.2026.